Rezension: Die einzige Geschichte (Julian Barnes)

Rezension: Die einzige Geschichte (Julian Barnes)

Das Buch habe ich nun schon vor einiger Zeit beendet, nämlich Anfang Juli. Seitdem schiebe ich die Rezension vor mich her. Weil ich nicht weiß, wie ich sie formulieren soll. Denn “Die einzige Geschichte” von Julian Barnes ist anders als andere Romane. Statt einer strikten Zeitlinie zu folgen, erzählt Paul, der zu Beginn neunzehnjährige Ich-Erzähler, seine, die einzige Geschichte, eher so, als würde er seinem Leser von seinem Leben berichten. Von seiner Liebe zu der viel älteren Susan Macleod, verheiratet, zwei erwachsene Töchter. Für ihn gibt es nur sie: Susan, die seine Mutter sein könnte. Er geht im Macleod’schen Haus ein und aus. Die Affäre/Beziehung findet vor den Augen des Ehemannes statt. Die Ehe scheint sowieso nicht mehr so gut zu laufen, dennoch lässt sich das Paar nicht scheiden.

Paul erlebt seine erste Liebe, die gleichzeitig auch seine einzige sein wird. Trotz der Höhen und Tiefen, später sind es mehr die Tiefen, die die Beziehung ausmachen. Doch Paul will an ihr festhalten, will keine andere Frau. Egal, wie fertig es ihn macht, Susan später in einem keinen guten Zustand zu sehen.

Der Schreibstil ist locker. An späteren Stellen wechselt die Erzählperspektive. So, als müsse Paul Abstand nehmen von sich, von Susan, seiner einzigen Geschichte.

Immer noch finde ich es schwer, das Buch zu beschreiben und zu bewerten. Zum Teil zog sich das Lesen nur so dahin. Dann habe ich ein paar Seiten nur überflogen. Gegen Ende änderte sich das allerdings wieder und es wurde besser.

Pauls einzige Geschichte hat mich etwas traurig zurück gelassen. Er hat nur diese eine Liebe gehabt, keine andere auch nur in Erwägung gezogen. Trotz des Verfalls Susans. Trotz all der Probleme, die sie ihm doch irgendwie bereitet hat.

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