Schlagwort: Judith C Vogt

Das Lesejahr 2019

Hallo 2020!

Ich bin etwas spät mit meinem Rückblick auf das vergangene Jahr. Viele Blogs haben schon in den letzten Tagen auf ihr Jahr zurück geblickt. Aber da 2019 ja noch nicht vorbei war, wollte ich warten, bis das neue begonnen hat. Und hier ist es!

Bücher, die mich positiv überrascht haben

In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal „Momo“ von Michael Ende gelesen. Das Buch gehört eigentlich meinem Bruder (vermutlich hat er es selber mal vor vielen, vielen Jahren geschenkt bekommen), aber irgendwann hab ich mir das mal genommen. Zunächst hatte ich Bedenken (welche auch immer das waren). Nun bin ich froh, dass ich „Momo“ gelesen habe. So ein schönes Buch!

(Fiktive) Biografien lese ich nie, aber „Frau Einstein“ war 2018 in der Goodiebag der Lit Blog Cologne dabei und ich habe es letztes Jahr dann mal geschafft, es zu lesen. Zitat aus meiner Rezension: Ob Fiktion oder nicht, mich hat der Roman positiv überrascht und ich habe mit Mileva fühlen können. Ich hatte tatsächlich am Ende Tränen in den Augen und das kommt wirklich ganz ganz selten vor (bei Büchern).

Auch „Wasteland“ ist ein Roman aus einem von mir eher gemiedenen Genre. Doch wie ihr in der Rezension lesen könnt, wurde ich positiv überrascht: Ich möchte nun aber nicht zu viel verraten. Außer, dass meine Erwartungen völlig übertroffen wurden und ich keine „Angst“ vor dem Genre haben musste. Vielleicht lag das aber auch einfach an der Art, wie die Autoren den Roman geschrieben haben. Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Empfehlung!

Zu „Honour“ habe ich leider keine Rezension geschrieben. Der Roman war ein Spontankauf im Sommer, den ich nicht bereut habe. Ein interessantes Buch über eine mir unbekannte Kultur.

Ein ChickLit-Buch hat sich auch in die Auflistung geschlichen, nämlich „A Paris Fairy Tale„. Marie Laval webt in romantische Bücher immer auch noch etwas Geschichtliches und das finde ich irgendwie sehr schön. Meine Rezension findet ihr hier.

Mein Vorhaben letztes Jahr war, ein paar Bücher der Longlist zu lesen. Ich habe dann doch nur eins gelesen und muss zugeben, dass ich etwas traurig war, als ich gehört habe, dass „Das flüssige Land“ leider nicht gewonnen hat. Empfehlen kann ich es trotzdem.

Ein süßes Highlight ist „Himmeldonnerglöckchen“ von Jasmin Zipperling. Eigentlich ist es ein Kinderbuch, aber mit über 30 darf man sowas auch lesen.

Bücher, über die ich mich aufgeregt habe

Das Glück hat viele Seiten“ – ein schöner Titel, auch die Beschreibung klingt vielversprechend. In meiner Kurz-Rezension schrieb ich:

Sowohl das Cover als auch der Titel und auch der Klappentext haben mich neugierig gemacht. Beim Lesen jedoch hätte ich Hannah, die Protagonistin, am liebsten mehr als einmal geschüttelt. 

Hannah ist Mitte/Ende 20 und hat gerade den Buchladen ihrer verstorbenen Tante Marlies geerbt. Als sie gerade die Räumlichkeiten des Notariats verlässt, wartet ein gut aussehender Mann auf sie, der ihr ein Angebot macht: er möchte den Laden kaufen. Das kommt ihr nur gelegen, denn Hannah hat gar kein Interesse an dem Geschäft. Überhaupt will sie bloß aus ihrem früheren Heimatort verschwinden. Ben ist also ihr Retter in der Not! Sie lässt sich von ihm einlullen, verbringt zwei Tage mit ihm, schläft mit ihm und dann erfährt sie von der besten Freundin ihrer Tante sein wahres Vorhaben. Von nun an herrscht quasi Krieg zwischen Hannah und Ben. Hannah tut alles Mögliche, um seine Pläne zu durchkreuzen. Ich finde ihr Verhalten sowas von kindisch. Erst fällt sie auf den unglaublich gut aussehenden Geschäftsmann Ben rein, dann sabotiert sie seine Pläne. Insgeheim steht sie auf ihn und – natürlich – er auf sie. Stellenweise habe ich das Buch nur überflogen. Ja, Ben hat ihr vor dem Kauf nicht alles gesagt, aber … ARGH! Jemandem Hals über Kopf ein Haus zu verkaufen ohne auch nur mal ein paar Tage darüber nachzudenken ist nicht sehr erwachsen, ganz egal, wie viel Trauer eine Rolle spielt. UND GANZ EGAL, WIE GUT DER KÄUFER AUSSIEHT!!!! 

Das Ende wiederum war sehr schön und das, was Ben aus dem alten Buchladen gemacht hat, ist wirklich nicht schlecht. Aber zwischendurch hätte ich das Buch gerne einfach abgebrochen. 

Erinnert ihr euch noch an die Lese-Aktion auf Twitter zu „The Mister„? Das neue Buch von E L James ist ja im Frühling erschienen und das schrie geradezu danach, gemeinsam mit anderen Lesemenschen unter dem Hashtag bbfliest das Buch auseinander zu nehmen. Meine Meinung könnt ihr in der sehr langen und ausführlichen Rezension nachlesen. Ich hoffe, dass es auch in 2020 wieder eine solche Aktion gibt!

The Corner Shop in Cockleberry Bay“. Junge Frau, Rosa, aufgewachsen bei Pflegefamilien und in Heimen, erbt plötzlich von einem Unbekannten ein seit fünf Jahren leerstehendes Haus mit Laden. Das kommt ihr ganz gelegen, da sie, mal wieder, einen Job verloren hat. In Cockleberry Bay lernt sie die Bewohner des Küstenörtchens kennen, manche sind nett, andere nicht so sehr. Ein paar Männer zeigen Interesse. Die einen mag sie, andere nicht. Einer von ihnen vergewaltigt eine mittlerweile gute Freundin, Titch (wird schwanger) und ist außerdem noch Unfallverursacher und Fahrerfluchtbegeher. Allerdings will Titch ihn nicht für die Vergewaltigung anzeigen, denn Karma wird’s schon richten. Genau. Weil er für die Fahrerflucht und den Unfall ja mindestens so hart bestraft wird. Rosa mochte ich auch irgendwie nicht, andere Charaktere waren auch nur mehr oder weniger okay. Josh schien der einzige „normale“ zu sein (und die beiden vom Pub). 

Ach, das Buch war nicht zufriedenstellend (Kurz-Rezension entnommen aus meinem Büchersonntag vom 30. Juni 2019).

Enttäuschungen

Ich hatte mir so viel versprochen, als ich „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes begonnen hatte. Bei der Lit Blog hat die Übersetzerin über den Roman gesprochen und sie war sehr sympathisch und hat viel über ihre Arbeit erzählt. Das fand ich unheimlich interessant.

In der Rezension schrieb ich u. a.: Immer noch finde ich es schwer, das Buch zu beschreiben und zu bewerten. Zum Teil zog sich das Lesen nur so dahin. Dann habe ich ein paar Seiten nur überflogen. Gegen Ende änderte sich das allerdings wieder und es wurde besser.

Bücher mit einem schönen Cover ziehen mich an. Und wer würde schon zu einem Buch mit einem Cover wie das von „Das Glück der kleinen Augenblicke“ Nein sagen? Auch der Titel klingt einfach schön.

Leider habe ich den Roman abgebrochen. Um mal einen Teil aus meiner Rezension zu zitieren: Mir gefällt dieser poetisch anmutende Schreibstil nicht. Bestimmt gibt es Menschen, die sowas gerne lesen, auch in modernen Romanen. Vielleicht passt es ja auch zum Thema, denn man stellt sich das Autorenleben und auch die Verlagswelt so romantisch vor. Wahrscheinlich ist sie aber genau das Gegenteil.

Welche Bücher haben euch 2019 enttäuscht oder positiv überrascht? Habt ihr ein paar der Bücher, die ich im Artikel genannt habe, ebenfalls gelesen? Schreibt mir doch einen Kommentar!

© Buchcover: Penguin, Bastei, Kiepenheuer & Witsch, Piper, Books on Demand, Chock-Lit, Droemer Knaur, Klett Cotta.

Der Büchersonntag

aktuelles Buch

The Secret Chapter*“ von Genevieve Cogman. Der Nachteil, wenn ich ein neues Buch aus einer Reihe direkt nach Erscheinung liest: ich muss etwa ein Jahr auf das nächste warten.

Ich hab auch zwei Zitate gefunden, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

The Secret Chapter, S. 132
The Secret Chapter, S. 133

Neu auf dem Blog

Linktipps

Bei Wulf könnt ihr eine Rezension zum dritten Buch aus der Alex Verus-Reihe von Benedict Jacka lesen.

Bald ist ja bekanntlich Weihnachten und ebenfalls bekannt ist, dass man sich etwas schenkt. Wie wäre es mit etwas rund um Stift und Papier? Anne hat da ein paar Vorschläge gesammelt.

Rezension: Wasteland von Judith und Christian Vogt

Diese Rezension enthält Affiliate-Links. Wenn ihr das Buch über den Link kauft, erhalte ich eine kleine Provision.

Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar von Droemer Knaur erhalten, was aber in keiner Weise meine Rezension beeinflusst.

Das Buch enthält Sexszenen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, Gewaltszenen oder thematisiert Abtreibung
Rezension: Wasteland von Judith und Christian VogtWasteland

Goodreads
Verlag: Droemer Knaur

Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2019

ISBN: 978-3-426-52391-9

Genre: Dystopie

Seiten: 400

Format: Paperback

Quelle: Droemer Knaur

auf Amazon kaufen*

Eine Frau mit einem Motorrad - Ein Mann mit einem Baby - Eine Gang mit einem Schaufelradbagger -
eine Dystopie mit packendem Endzeit-Setting:

Die alten Regeln gelten nicht mehr, seit drei Kriege und das Wasteland-Virus die Menschheit beinahe ausgelöscht haben. Marodierende Banden beherrschen das Land, und auf dem freien Markt sind Waren nur im Tausch gegen Gefallen zu haben.
Um an Medikamente zu kommen, lässt sich die herumreisende Laylay auf ein Geschäft ein: Weil sie als Einzige immun gegen das Virus ist, soll sie den Marktbewohner Zeeto in der Todeszone aufspüren. Als sie ihn findet, ist er bereits infiziert. Zudem hat er etwas in einer geheimen Bunker-Anlage gefunden: ein Baby. Und obwohl das Virus Laylay nichts anhaben kann, beginnt sie sich zu verändern …
Eine postapokalyptische Utopie auf den Ruinen eines zerstörten Deutschlands.

Fesselnde Action mit einer Prise Romantik: Judith und Christian Vogt haben mit »Wasteland« eine post-apokalyptische Welt erschaffen, die nicht nur Fans von Dystopien begeistern wird. Die Zukunft gehört den Heldinnen!

Als vor einiger Zeit die Autoren auf Twitter fragten, welche Bücherblogger Interesse an einem Rezensionsexemplar haben, habe ich mich gemeldet. Obwohl ich zunächst Bedenken hatte. Endzeit? Dystopie? Wasteland-Virus? Für jemanden wie mich klingt das schon eher abschreckend. Aber ich möchte ja mehr aus meiner Komfortzone heraus und auch andere Genres lesen. Zumal lebt das Autoren-Duo, das hinter dem Roman steckt, in Aachen. Lokale Autoren sollte man schließlich auch unterstützen.

Auf dem Buchmarkt sind Judith und Christian Vogt keine Unbekannten. 2013 haben sie beispielsweise den Deutschen Phantastik Preis für den besten deutschsprachigen Roman erhalten. Sie bewegen sich generell im Bereich Fantasy/Science Fiction und schreiben auch Rollenspiele (unter anderem DSA). Diversity ist ein weiteres Thema, was ihnen am Herzen liegt. Das merkt man auch in Wasteland, denn dieser Roman ist ihr erster in gendergerechter Sprache. Zudem sind die Charaktere nicht alle männlich oder weiblich, sondern eben auch divers. Bei manchen ist das Geschlecht nicht ganz eindeutig und vor allem die Menschen auf dem Handgebunden-Markt haben unterschiedliche Pronomen. Wer jetzt denkt, dass das beim Lesen doch sicher anstrengend ist oder wie das überhaupt aussieht: statt er/sie haben die Vögte einfach zum Beispiel „ser“ verwendet. Als ich das erste Mal das Wort gelesen habe, war ich etwas irritiert. Ist das ein Tippfehler? Aber nein, das hat schon seine Richtigkeit. Es stört auf gar keinen Fall und auch, dass die Charaktere so unterschiedlich sind, macht das ganze noch interessanter.

„Wasteland“ spielt im Jahr 2064 – also in nicht allzu ferner Zukunft. Die Bienen sind ausgestorben, ein Biokampfstoff hat den Großteil der Menschheit ausgerottet und die Technologien, die wir heute benutzen, gibt es nicht mehr. Strom ist auch schwer zu bekommen und irgendwie ist alles ganz anders, als wir uns das Leben in 40 Jahren vorstellen. Im verseuchten Ödland ist es schön grün, aber niemand kann es ohne Schutz betreten. Es herrscht fast ein Krieg zwischen den Leuten, die auf dem Handgebunden-Markt leben und den Brokes, die das Wifi beschwören (den scheint es nur noch als eine Art Geist zu geben) und auf einem riesigen Schaufelbagger leben und herumziehen. Ziemlich schräge Typen sind die Brokes, wenn ihr mich fragt. Der Handgebunden-Markt ist im Grunde eine Art neutrales Gebiet. Hier gibt es alles, was man zum Überleben braucht, unter anderem Medikamente. Dort bekommt Azmis, Laylays Vater, auch die Medikamente, die Laylay ihr ganzes Leben lang schon nimmt. Dabei weiß sie gar nicht, warum sie diese braucht. Sie findet es jedoch bald heraus.

Aus irgendeinem Grund, den Laylay nicht kennt, ist sie immun gegen die Wasteland-Krankheit. Zeeto, der auf dem Markt lebt, hat sich mit dem Virus angesteckt, als er sich im Ödland umgeschaut hat und ein Baby gefunden hat. Im Ödland gibt es Bunkeranlagen, die er erkunden wollte. Gemeinsam mit Laylay will er herausfinden, was es mit den Anlagen auf sich hat. Und dort lernt Laylay auch ihr Geheimnis kennen. Zwischendurch wird noch gegen die Brokes gekämpft. Es geht also zum Teil brutal zu, aber das finde ich okay. Der Schreibstil lockert alles irgendwie auf, vor allem mochte ich Zeetos Art und seinen Humor. Übrigens hat Zeeto eine Neurodivergenz, sprich, er ist bipolar. Das kommt also noch zu seinem Virus dazu.

Fazit

Ich möchte nun aber nicht zu viel verraten. Außer, dass meine Erwartungen völlig übertroffen wurden und ich keine „Angst“ vor dem Genre haben musste. Vielleicht lag das aber auch einfach an der Art, wie die Autoren den Roman geschrieben haben. Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Empfehlung!

Wer neugierig geworden ist, kann sich ja die Leseprobe anschauen.

Vielen Dank an die Autoren und den Verlag für das Rezensionsexemplar!