Schlagwort: Liebesroman

Rezension: Gar kein Plan ist auch eine Lösung (Kyra Groh)

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Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar von NetGalley Deutschland erhalten, was aber in keiner Weise meine Rezension beeinflusst.

Rezension: Gar kein Plan ist auch eine Lösung (Kyra Groh)Gar kein Plan ist auch eine Lösung

Goodreads
Verlag: Forever

Erscheinungsdatum: 2. Dezember 2019

ISBN: 978-3-95818-495-4

Genre: Liebesgeschichte

Seiten: 450

Format: eBook

gekauft bei/erhalten von: NetGalley Deutschland

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Manchmal läuft das Leben nicht nach Plan, und manchmal ist das auch ganz gut so.
Mara hat alles im Griff. Der Job als Assistentin einer erfolgreichen Influencerin ist zwar etwas nervig, aber läuft. Die Beziehung mit ihrem Verlobten Sebastian ist jetzt nicht gerade leidenschaftlich, aber dafür stimmt bei ihm die Altersvorsorge. Die Wohnung ist nicht unbedingt nach ihrem Geschmack eingerichtet, aber die Designermöbel sind schon schick. Kurzum: Maras Leben läuft planmäßig, ruhig und schön unaufgeregt. Bis Sebastian sich von ihr trennt und sie aus der Wohnung schmeißt. Plötzlich ist Maras ausgeklügelter Lebensplan dahin und sie muss sich einen Plan B überlegen. Aber was, wenn Plan B auch nicht funktioniert? Dann gibt es ja noch C, D, E, F, … Oder man macht einfach mal gar keine Pläne. So wie Marius. Seines Zeichen Filmemacher, wahnsinnig charmant, sieben Jahre jünger, und planlos glücklich. Also definitiv kein Mann für Mara. Bis sie merkt, dass manchmal gar kein Plan auch eine Lösung sein kann…

Wir sind alle hier, weil uns anderswo irgendwas auf den Kopf gefallen wäre.

Gar kein Plan ist auch eine Lösung (ebook, Position 316)

Das ist der erste Satz, den ich im neuen Roman von Kyra Groh markiert habe. Insgesamt habe ich 25 Stellen markiert, weil ich die Art, wie die Autorin schreibt, so toll finde. Und natürlich ihren Humor. Noch ein Beispiel gefällig?

Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass ich mir mal Vera Int-Veen ins Schlafzimmer wünschen würde.

Gar kein Plan ist auch eine Lösung (ebook, Position 453)

Die Protagonistin, Mara, Ende 20, arbeitet seit drei Jahren für eine Influencerin/Bloggerin in einem Coworking Space in der Münchener Innenstadt. Mara liebt Pläne, Strukturiertheit und ist ein Origanisationstalent. Das ist sie nicht freiwillig geworden, aber nach einem schweren Sturz ihres Vaters, musste sie sich als Jugendliche schon früh um die Familie kümmern. Nach außen sollte schließlich alles perfekt sein, auch wenn im Inneren nichts mehr so war, wie vorher.

Geredet wird in Maras Familie nie über die verschiedenen Probleme, die sie haben. Stattdessen wird eben alles unter den Teppich gekehrt, nicht drüber gesprochen und weiter gemacht wie bisher.

Die ganzen Pläne, die Mara für ihr Leben hatte, werden zunichte gemacht, als ich langjähriger Freund, mit dem sie sogar verlobt ist, aus heiterem Himmel mit ihr Schluss macht und sie aus der Wohnung wirft. Erst da wird ihr klar, dass sie kaum noch Kontakt zu ihren Freunden hat. Denn ihr (Ex-) Freund hat auf seine Art dafür gesorgt, dass sie sich mehr und mehr von ihnen löst. Nun steht sie ohne Verlobten, Wohnung und Freunde da. Unerwartet, aber es hilft ihr, wieder zu sich selber zu finden und dabei auch wieder zu ihrem Bruder, mit dem sie seit Jahren nicht mehr gesprochen hat (was übrigens auch an ihrem Ex lag).

Eugen, Maras Bruder, ist nun nicht das, was sich ihre Mutter für ihre Vorzeigefamilie vorgestellt hat. Womit wir wieder beim Thema „nicht drüber sprechen“ wären. Dabei musste ich auch über einiges selber nachdenken und ich finde es sehr schön, wie Kyra diese Thematik eingebaut hat. Ich musste nämlich unweigerlich über etwas aus meinem eigenen Leben denken, worüber ich aber hier und generell auf dem Blog aus Gründen nicht sprechen möchte (nicht, weil ich es unter den Teppich kehren möchte, sondern weil es hier nicht hingehört und auch nicht an mir liegt, es zu erzählen). Dennoch: ich danke Kyra dafür, dass sie über sowas in ihrem Roman schreibt.

Sie glaubt fest daran, dass Dinge erst durchs Aussprechen Realität werden.

Gar kein Plan ist auch eine Lösung (ebook, Position 1655)

Natürlich darf auch ein neues Love Interest in Maras Leben nicht fehlen. Aber Marius passt eigentlich gar nicht in ihr durchgeplantes Leben. Vielleicht kann sie ihm aber doch eine Chance geben?

„Gar kein Plan ist auch eine Lösung“ ist ein Buch über das Leben, das sich nun mal nicht planen lässt und darüber, wieder zu sich selber zu finden. Mir hat es sehr gefallen und wenn ihr diese Art von Romanen mögt, dann lest es! Außerdem ist es witzig.

Der Büchersonntag


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diese Woche beendet

Happiness for Humans*“ von P.Z. Reizin. Interessanter Liebesroman, mal etwas anders, denn hier spielt Artificial Intelligence eine große Rolle – und was passiert, wenn diese sich selbstständig machen. Allerdings empfand ich das Buch als zu langatmig, Tom war zwar ganz nett, aber es ist keiner dieser Charaktere, bei denen ich denke „wow, in den könnte ich mich auch verlieben“. Die Sache mit den verschiedenen künstlichen Intelligenzen ist auf jeden Fall ziemlich gut, wobei vieles davon sicher auch weit hergeholt ist. Aber es ist ja Fiktion.
Rezensionen zur deutschen Version findet ihr zum Beispiel bei Friedelchen, eine englische Rezension habe ich unter anderem bei Girl with her head in a book gefunden.

Bei meiner Suche nach Rezensionen bin ich gerade auf eine Meldung gestoßen, wonach der Roman verfilmt werden soll. Allerdings ist der Artikel schon zwei Jahre alt. Dass sich der Roman gut als Film eigenen würde, habe ich mir schon beim Lesen gedacht.

neu gekauft

Fated*“ (Deutsch: „Das Labyrinth von London*“, ein schöner Titel) von Benedict Jacka. Mal wieder etwas anderes, aber es spielt, genau wie „Happiness for Humans“, in London.
Schon der erste Satz gefällt mir:

It was a slow day, so I was reading a book at my desk and seeing into the future.Fated – Benedict Jacka

aktuell lese ich

„Fated“ & „Mach, was du kannst“ von Aljoscha Neubauer – letzteres habe ich ja als Rezensionsexemplar erhalten, aber es liest sich eben mal nicht in einem Rutsch wie ein Roman.

Neues auf dem Blog

Rückblick: Juli 2018

Neues aus dem Internet

Apropos künstliche Intelligenz: Aiden, einer der AI’s aus „Happiness for Humans“ hat nicht nur ein Faible für alte Filme, sondern wünscht sich auch zu wissen, wie zum Beispiel Käse schmeckt. Zufälligerweise habe ich auf Heise einen Artikel entdeckt, in dem es um KI’s geht, die Bier schmecken können bzw. die dabei helfen sollen, neue Sorten zu testen.

Bücher über Bücher – welche Leseratte liest sie nicht gerne. Im September erscheinen wieder ein paar neue (englischsprachige) – welche das sind, stellt Modern Mrs Darcy vor.

Karin macht immer so schöne Fotos für ihren Blog. So auch diesmal: sie zeigt ihre Neuzugänge. Pluspunkt: es sind englischsprachige Bücher.

Fotos von den schönsten Bibliotheken könnt ihr euch im Guardian anschauen.

Mareike Fallwickl hat 35 Bücher zusammengestellt, die eine Gemeinsamkeit haben: sie alle haben in irgendeiner Weise mit Wasser zu tun. Passt ja auch zu der Dürre momentan.

Rezension: Der kleine Teeladen zum Glück (Manuela Inusa)

Ein Buch zum Zurücklehnen

Der kleine Teeladen zum Glück*“ ist das erste Buch der Valerie Lane-Reihe von Manuela Inusa und spielt in einer fiktiven Straße in Oxford, England. Der Roman konzentriert sich auf, man kann es sich schon denken, einen Teeladen – nämlich Laurie’s Tea Corner. Laurie, die Besitzerin, ist seit einem halben Jahr in ihren Teelieferanten Barry verliebt, traut sich allerdings nicht, ihn um ein Date zu fragen. Aber zum Glück hat sie ihre Freundinnen aus der Valerie Lane, die alle ebenfalls einen Laden in der kleinen Straße haben.

Bei einem ihrer mittwochabendlichen Treffen in Lauries Laden gesteht Laurie ihnen, in Barry verliebt zu sein und sofort schmieden die Frauen einen Plan. Natürlich ist vorhersehbar, wie der Roman endet, aber so ist das nun mal bei dieser Art von Büchern. Wie es sich gehört, es kann ja nicht immer so einfach sein, gibt es aber natürlich auch einen kleinen Twist in Form von Lauries Exmann, der plötzlich auftaucht und die noch nicht begonnene Beziehung zu Barry gerät ins Wanken.

Der Schreibstil von Manuela Inusa hat mir sehr gefallen: sie schreibt witzig und bildhaft. Ich habe euch mal zwei Zitate aus ihrem neuen Buch herausgesucht:

Ihr Herz hatte so heftig gepocht, dass es ihr aus der Brust gesprungen war. als sie aber an sich heruntersah, waren da keine Anzeichen einer Explosion zu erkennen. Seite 102

(…)weil sie ihm schon so oft in die augen geblickt hatte, dass sie manchmal glaubte, in ihnen zu versinken. dann schwamm sie schnell wieder an die oberfläche, bevor er etwas merkte.Seite 112

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich wollte es auch gar nicht aus der Hand legen. Deshalb habe ich die 20 Minuten Akupunktur letzten Dienstag auch zum Lesen genutzt.

Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!